Hinweis

Für dieses multimediale Reportage-Format nutzen wir neben Texten und Fotos auch Audios und Videos. Daher sollten die Lautsprecher des Systems eingeschaltet sein.

Mit dem Mausrad oder den Pfeiltasten auf der Tastatur wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Durch Wischen wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Los geht's

Riepe

Logo http://story.kulturkenner.de/riepe

Zum Anfang
Video

Zum Anfang
Audio

Ben J. Riepe

... stellt sich vor.

00:00
/
03:12
Zum Anfang

wurde 1979 geboren. Schon seine Urgroßmutter tanzte für den Musikpädagogen Émile Jaques-Dalcroze, der die Rhythmische Gymnastik zur Erziehungskunst perfektionierte. Der Tanz wurde Riepe zwar nicht in die Wiege gelegt, aber ganz abwegig war es nicht, dass er irgendwann den Weg auf die Bühne finden würde – oder ans Regiepult.

Zum Anfang

Das Theater faszinierte Riepe schon in der Grundschulzeit. Nicht nur die Dramen, die auf der Bühne zu sehen waren, wenn sich der Vorhang hob, sondern das Schauspielhaus als Erfahrungsraum: die Luft, das Licht, überhaupt die Stimmung.

Später, als er auf der Suche nach einer eigenen künstlerischen Form ist, wendet er sich vom Sprechtheter ab – zu viel Geschrei, zu viel aufgeregte Fuchtelei, zu viel Expression.
Klar aber ist: Kunst machen ist das Ziel. Nicht als Job, sondern als Lebensform.

Zum Anfang
Video

Ben J. Riepe ...

über die Bedeutung von Kunst für sein Leben.

Zum Anfang

Eher nicht. Als Ben J. Riepe sich an der berühmten Fokwang Universität für das Tanzstudium einschreibt, weiß er schon, was er auf keinen Fall werden möchte: Tänzer. Denn er mag sich nicht den Blicken der Zuschauer aussetzen. Doch bevor er sich entscheidet, die Seiten zu wecheln und selbst zu choreografieren, arbeitet er für VA Wölfs NEUER TANZ – und für Pina Bauschs Tanztheater Wuppertal.

Zum Anfang
Video

Ben J. Riepe ...

über seine Rolle in Pina Bauschs "Sacre".

Video ansehen

Mit dem Wuppertaler Tanztheater erarbeitet Ben J. Riepe noch während der Studienzeit "Le sacre du printemps". Da zählte Pina Bauschs 1975 uraufgeführte Bearbeitung des "Frühlingsopfer"  längst zu den wegweisenden Choreografien des 20. Jahrhunderts. Eine prägende Erfahrung, sagt Riepe. Aber ...

Zum Anfang

Seit 2006 ist Riepe als freischaffender Choreograf unterwegs. Schnell werden große Häuser auf seine Arbeit aufmerksam. Seine ersten aufwendigen Produktionen bringt er am Tanzhaus NRW in Düsseldorf heraus. Pact Zollverein zeigt seine Choreografien. Mit seiner Kompanie tritt Riepe in Kanada, Indien, Bangladesch, Russland, Polen oder Malaysia auf, um nur ein paar der Stationen zu nennen. In Brasilien war er zwei Monate lang als Residenz-Künstler tätig.
Reisen ist wichtig für Riepe.

Zum Anfang

Ben J. Riepe lebt und arbeitet in Düsseldorf. In einem unscheinbaren Hinterhof findet sich sein geräumiges Atelier, in dem er seine Choreografien erarbeitet. Die Requisiten türmen sich bis unter die Decke. Affenmasken, Spielzeugpistolen, Trommeln, eine Trockeneismaschine. Leer geräumt ist hingegen die Bühne. Ein großer "white cube" – wie in einer Galerie.

Zum Anfang

An der Entstehung eines Riepe-Stücks sind Sound- und Lichtdesigner, Gesangtstrainer, Kostüm- und Bühnenbildner, Dramaturgen und manchmal auch Komponisten beteiligt.
Ach ja: auch Tänzerinnen und Tänzer. Viele von ihnen haben an der Folkwang Universität studiert. Das prägt und schafft  Verbundenheit über unterschiedliche Jahrgänge hinweg.
Wer zu ihm komme, um zu tanzen, der werde nicht glücklich werden, sagt Riepe. Typen suche er für seine Choreografien. Technik sei nicht ganz so wichtig.

Zum Anfang
Video

Ben J. Riepe ...

über das, was Tänzer haben müssen, damit sie in seine Company passen.

Zum Anfang

Wenn von Riepes Arbeit die Rede ist, dann wird gerne die Nähe zur bildenden Kunst betont. Er ist ein Grenzgänger zwischen den Genres. Da ist es nur konsequent, dass er irgendwann anfängt, auch museale Räume zu inszenieren. Körper sind sein Material. Mit ihnen komponiert er atmosphärische, eindrückliche lebende Bildern – auf Bühnen und in Ausstellungshallen. Oder – wie in seinem mit dem Jurypreis des Festivals "Favoriten" ausgezeichneten Arrangement "Livebox: Persona" – auch schon mal hinter Plexiglas in eigens gefertigten, drei mal drei Meter großen weißen Würfeln.

Zum Anfang

Riepe lässt seine Tänzerinnen und Tänzer mal vollständig entblößt, dann wieder komplett verhüllt im floral gemusterten oder grob karierten Ganzkörperkostüm auftreten. Der Karneval interessiert ihn, die verordnete Anarchie, die ganz unterschiedlich zu Tage treten kann: als rauschhafte Nacktheit in Brasilien oder als hochgeschlossener Maskenball in Venedig. Wenn Anklänge davon in Ben J. Riepes  Choreografien wiederzufinden sind, dann auf eine  entschleunigte, formstrenge Weise.

Zum Anfang

Geschichten will Ben J. Riepe nicht auf der Bühne erzählen. Er choreografiert Stimmungen und verzichtet bewusst auf zeitkritische Oberflächenreize. Seine surrealen Assoziationsräume sehen auf den ersten Blick kühl und artifiziell aus. Zugleich wirken die Landschaften seines visuellen Paralleluniversums lange nach.
Der ein oder andere Betrachter mag sich im ersten Moment herausgefordert, ja: provoziert fühlen. Die Bilder, die er gesehen hat, bekommt er dann aber nicht mehr aus dem Kopf.

Zum Anfang
Video

Ben J. Riepe ...

über das, was die Zuschauer erwartet und wie sie seine Stücke anschauen sollten.

Zum Anfang
Audio

Ben J. Riepe...

über die Aufgabe von Kunst

00:00
/
03:12
Zum Anfang

Fotografie und Video: Markus J. Feger
Text und Redaktion: Andrej Klahn

Eine Produktion des K.WEST Verlag für www.kulturkenner.de

Zum Anfang

Zum Anfang
Scrollen, um weiterzulesen
Wischen, um Text einzublenden