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Los geht's

Klimawandel

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Wetterextreme, steigende Meeresspiegel und Hungersnöte sind Folgen des vom Menschen gemachten Klimawandels. Klimaaktivist*innen nehmen Museen ins Visier, um auf die Missstände aufmerksam zu machen. Einige Museen in Nordrhein-Westfalen tragen derzeit selbst zur Auseinandersetzung mit der globalen Erderwärmung und erneuerbaren Energieformen aktiv bei.

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... einen wichtigen Beitrag leisten. Sie bieten als offene Orte des Austauschs passende Ausstellungen und Vermittlungsangebote zum Thema an. Kulturkenner stellt die wichtigsten Häuser in einer Übersicht vor.

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Das Energeticon in Alsdorf ist ein wahrer Vermittlungsgigant, wenn es um die Auseinandersetzung mit fossilen Brennstoffen und erneuerbaren Energieformen geht. Spielerisch erfahren Jung und Alt auf dem Gelände der ehemaligen Grube Anna II., wie etwa Wind-, Wasser-, Solarkraft und Biomasse als regenerative Energiequellen für die Stromerzeugung genutzt werden.

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Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich niedrigschwellig weiterbilden möchten, probieren sich in der Städteregion Aachen auf dem spannenden Parcours zwischen früherer Schmiede, Fördermaschinenhalle und Kaue an 30 interaktiven Lernstationen aus. Mal drehen sie auf einem Windfahrrad ihre Runden und erzeugen selbst die Energie zur Fortbewegung, mal gehen sie intelligenten Stromnetzen mit einem Lernspiel auf den Grund.

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Von der beeindruckenden Solarinstallation geht es über Ausstellungshallen zu einem virtuellen Förderaufzug, der wiederum in ein umgebautes Lehrbergwerk führt. Hier steht die Auseinandersetzung mit der früheren Sozial- und Arbeitsgeschichte des Bergbaus auf dem Museumsplan. Anliegen des Hauses ist es, zum einen die Historie der Montanwirtschaft in authentischer Kulisse zu erzählen, zum anderen junge Menschen für die Energiewende zu begeistern. Das gelingt ohne Zweifel.

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Obwohl das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum den großen Brückenschlag zu den erneuerbaren Energien in seiner Dauerausstellung noch nicht probiert, stellt es im Vergleich zum Energeticon die erschöpfbaren Ressourcen unserer Erde anschaulicher dar. Es zeigt in dem eigenen Ausstellungsrundgang „Bodenschätze“, welche Georessourcen in den Erdschichten unseres Planeten schlummern. Es macht deutlich, wie endlich sie sind.

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Der Rundgang ist naturwissenschaftlich angelegt: Gäste erfahren mehr über die Erdentstehung und ihre Dynamiken. Hobby-Forscher*innen können ihr Wissen über Rohstoffklassen sogar in einer Art Schaulabor testen, in dem sie die richtigen Herstellungskomponenten von Alltagsgegenständen herausfinden und zusammensuchen müssen. Mit der Sensorkarte geht es vom gefüllten Schaukasten zu einem Labortisch und zurück. Ein Wissenszuwachs ist beim Ausprobieren und Rätseln garantiert.

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Das Haus Ruhrnatur der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft (RWW) ist als Museum für Wasser, Klima und regenerative Energien vor allem etwas für Mädchen und Jungen, die sich komplexen Inhalten spielerisch nähern wollen. In dem ehemaligen Mülheimer Schülerbootshaus geht es nicht um staubtrockene Lektüre, sondern ums reine Experimentieren und Forschen.

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Wie viele Propeller hat ein ideales Windrad? Wie funktioniert eine Wasserturbine? Wie wandelt ein Sonnenkollektor Strahlung in Wärmeenergie um? Über diese und viele weitere Fragen klärt die Bildungseinrichtung mit Modellen, Tastobjekten und Bausätzen auf. Eine Drehstation mit Planetenmodell spiegelt etwa die Jahreszeiten im Verhältnis zum Sonne-Erde-Stand wider. Vor allem Familien kommen hier auf ihre Kosten.

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Für Erwachsene, die sich genauer mit den technischen Prozessen hinter einer Wasserkraftanlage auseinandersetzen möchten, ist ein Besuch des Wasserkraftwerks Heimbach empfehlenswert. In dem schönsten Jugendstilkraftwerk Deutschlands, das unter anderem wegen seiner langen Halle und zwei krönenden Türmen aus der Masse heraussticht, wird seit 1905 umweltfreundlicher Strom produziert – seit seiner technischen Erneuerung in den 1970ern pro Jahr etwa 25 Millionen Kilowattstunden.


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Das RWE-Industriemuseum in Heimbach kann während des laufenden Betriebs bei einer Führung zwischen März und Oktober nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden. Gäste blicken in der Anlage auf acht historischen Maschinen und die mehrgeschossige Schaltanlage mit ihren Messinginstrumenten. Sie erfahren, dass die Turbine die Lage- und Strömungsenergie des Wassers zuerst in Rotationsenergie und dann in elektrische Energie umwandelt.

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Die zwei Turbinen mit insgesamt 16 Megawatt Leistung werden mit 18 Kubikmetern Wasser pro Sekunde versorgt. Es kommt über einen fast drei Kilometer langen Stollen aus der Urfttalsperre. Eine Reise zum Kraftwerk und zur ältesten Talsperre der Eifel kann wunderbar zu Fuß über den Eifelsteig und die Wasserlandroute oder mit Rad auf dem Rurufer-Radweg angetreten werden.

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Andere Anlage, ähnliches Prinzip: Für die Stromversorgung der im Jahr 1837 gegründeten Baumwollspinnerei Ermen & Engels war eine passende Quelle nötig. Friedrich Engels sen., Vater des berühmten Sozialisten, entschied sich als Unternehmensleiter für ein Wasserkraftwerk, das sowohl die eigene Fabrik, das Wohnhaus des Fabrikanten wie auch Teile des Ortes Engelskirchen versorgen konnte. Das durch die Agger gespeiste System entwickelte sich folgend zu einem der wichtigsten Energiezentralen für die Region. Die Kraft einer Dampfmaschine unterstützte die Versorgung.

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Seit 1996 ist in dem unter Denkmalschutz gestelltem Zwirnereigebäude, zu dem ein eigener Denkmalpfad gehört, das LVR-Industriemuseum untergebracht. Gäste des Hauses erkunden hier zwischen April und Oktober zum einen Ausstellungen zu industrie- und kulturgeschichtlichen Themen. Zum anderen können sie in den Turbinenkeller abtauchen, wo sie mehr über die Nutzung der Wasserkraft für die Industrie erfahren. Besonders beeindruckend ist der Blick in die Schaltzentrale mit den Verteilerstellen.

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Kunst, Klimawandel und Energiewende – Größen, die nicht zusammenpassen? Keinesfalls. Das demonstrierte unlängst die Ausstellung „Grüne Moderne“ im Kölner Museum Ludwig. Präsentiert wurden 130 Werke, die vom Blumengemälde über die Detailfotografie bis zum autarken Ökosystem im Glas reichten. Die Darstellung der Pflanze in der Bildenden Kunst stand im Mittelpunkt der besonderen Schau, die sich zugleich auch den Fragen zur Ökologie, zur Umwelt und dem Klima widmete.

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Die Ausstellung behandelte das Verhältnis zwischen Mensch und Pflanze seit dem frühen 20. Jahrhundert auf mehreren Ebenen. Zugleich setzte das Museum Ludwig mit der Schau den Startschuss für nachhaltige Ausstellungskonzepte in NRW.

Ausgediente Transportkisten dienen auf der Dachterrasse des Museums nun als recycelte Behälter für Hochbeete. Den Ausstellungskatalog veröffentlichte das Haus klimaneutral online, anstatt ihn zu drucken. Der Strom für die Beleuchtung kam zu 100 Prozent aus Wasserkraft.

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Im LWL-Museum für Naturkunde in Münster suchen die Ausstellungsmacher*innen von „Das Klima“ auch nach neuen Arten der Ausstellungspräsentation: Für die Schau mit ihren 450 Objekten haben sie klimaschonende Materialien verwendet und auf die chemische Behandlung von Holz verzichtet. Aber auch inhaltlich hat das Museumsteam viel gefeilt und an den richtigen Stellschrauben gedreht, um neugierige Gäste für die Auseinandersetzung mit dem komplexen Themenfeld zu begeistern.  

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Grafiken, Filme und geologische Funde klären etwa über den Unterschied zwischen „dem Klima“ und „dem Wetter“ auf. Ein separater Raum bildet die Gewinner und Verlierer des Klimawandels aus dem Tier- und Pflanzenreich ab.

Höhepunkte in dem Münsteraner Haus sind das Modell eines Wettersatelliten, eine multimediale Klima-Zeitkapsel sowie ein Wandbild zur Klimaflucht. Noch bis zum 15. Oktober 2023 haben Besucher*innen die Chance, sich den Ursachen für schmelzende Pole, zunehmende Waldbrände und steigende Meeresspiegel zu nähern.

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Auch Lösungsansätze für die Zukunft thematisiert die Schau auf dem rund 1000 Quadratmeter großen Präsentationsbereich. Eine Grafik am Ende fordert die Gäste sogar dazu auf, ihre Vision  einer lebenswerten und positiven Welt im Jahr 2100 aufzuschreiben.

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Eine riesige Weltkugel im luftleeren Raum, preisgekrönte Naturaufnahmen im Großformat und wertvolle Fossilien wie bis zu 180 Millionen Jahre alte Skelette: „Das zerbrechliche Paradies“ im Oberhausener Gasometer lässt erstaunen. Die Ausstellung in der Kathedrale der Industriekultur verzaubert und verstört.

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Der Schönheit der Welt stellt die Exposition ihre Vergänglichkeit gegenüber. Sie verdeutlicht, wie Natur und Zivilisation zusammenspielen, sich jedoch auch dauerhaft schaden. Der Einfluss des Menschen auf die Natur wird im historischen Kontext gespiegelt und die Klimageschichte mit all ihren Facetten schonungslos dargestellt.

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Ein Erfolgsrezept, das im ersten Ausstellungsjahr 2022 bereits rund 700.000 Gäste in das Industriedenkmal am Westfield Centro lockte. Gründe dafür waren auch die zahlreichen Veranstaltungen mit hochkarätigen Gästen wie Astronauten, Forschungsreisenden, Klima-Wissenschaftlern oder Meteorologen. Nun wird die Schau bis Ende 2023 verlängert. Noch mehr interessierte Personen haben somit die Chance, sich in einem einmaligen Format mit der komplizierten Beziehung von Menschheit und Umwelt auseinanderzusetzen.

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Eine Geschichtsstunde in puncto erneuerbare Energien gefällig? Dann ist das LWL-Freilichtmuseum Hagen genau der richtige Ort. Die Einrichtung, die die Handwerks- und Technikgeschichte Südwestfalens anhand von historischen Werkstätten und Fachwerkhäusern beleuchtet, geht in zwei Themenführungen auch verschärft auf das Thema Energiegewinnung ein.

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Bei dem Rundgang „Energiepfad“ spielen die Energiequellen außerhalb der industriellen Ballungszentren eine Rolle, die gerade nicht durch rauchende Schlote und Dampfmaschinen als Motor geprägt waren. Die Führung „Wasser auf die Mühlen“ stellt hingegen den Wandel von der Muskel- zur Wasserkraft in der vorindustriellen Produktion dar. Gäste lernen hier, wie Wasserkraft bereits vor dem „Maschinenzeitalter“ zum Einsatz kam.

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Eine weiteres Führungsangebot hält das LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten für Schulklassen und Jugendgruppen bereit, die in die Rolle von „Energy Agents“ schlüpfen wollen. Zwischen Besucher*innenbergwerk, Dampffördermaschine und Industriebrache gehen die neu ernannten Energie-Expert*innen auf klimageschichtliche Spurensuche. Mit Lern-Tablets ausgestattet ergründen sie die Vor- und Nachteile von fossilen und erneuerbaren Energien.

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Das Angebot inmitten der historischen Arbeitsstätte verbindet Gesellschaftslehre, Naturwissenschaften und Technik und bringt Schüler*innen den verantwortungsbewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen näher. Vor allem über die Zusammenhänge zwischen Rohstoffabbau und -nutzung klärt das rund dreistündige Programm in Witten auf.

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Folie 1, 18, 19, 20, 29: LWL / Steinweg
Folie 2: Gasometer Oberhausen, Thomas Wolf
Folie 3, 21, 22, 23: Gasometer Oberhausen, Dirk Böttger
Folie 4, 5: Dominik Ketz
Folie 6: Andreas Palmen
Folie 7, 8, 28: Deutsches Bergbau-Museum, Helena Grebe
Folie 9, 10: RWW
Folie 11, 12, 13: Johannes Höhn
Folie 14, 15: LVR-Industriemuseum
Folie 16, 17: Museum Ludwig, Leonie Braun
Folie 24, 25: Tourismus NRW e.V.
Folie 26: LWL-Industriemuseum / Sebastian Cintio
Folie 27:  LWL-Industriemuseum / Annette Hudemann






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Das Kleingedruckte

Eine Produktion des Tourismus NRW
im Dezember 2022 für Kulturkenner.de

Konzept & Texte:  Maximilian Hulisz, Jens Nieweg

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