Hinweis

Für dieses multimediale Reportage-Format nutzen wir neben Texten und Fotos auch Audios und Videos. Daher sollten die Lautsprecher des Systems eingeschaltet sein.

Mit dem Mausrad oder den Pfeiltasten auf der Tastatur wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Durch Wischen wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Los geht's

Béla Bartók in Marxloh

Logo http://story.kulturkenner.de/bela-bartok-in-marxloh
Zum Anfang

Mangelnde musische Bildung? Marxloh hat andere Probleme. Arbeitslosigkeit und Armut zum Beispiel. Und weil das so ist, arbeitet das  Klavier-Festival Ruhr seit Jahren mit Marxloher Schulen zusammen, um Kinder zum Singen und Tanzen zu bringen. Was kann Musik bewirken in einem Stadtteil, dem auf Amtsdeutsch "sozialer Entwicklungsbedarf" attestiert wird?

Zum Anfang
Zum Anfang

Rund 20.000 Menschen leben in Marxloh. Davon haben mehr als 60 Prozent einen Migrationshintegrund. Zeitungen nennen den Stadtteil häufig abschätzig "Little Istanbul". Wenn es eine Reportage aus einem sogenannten sozialen Brennpunkt braucht, ist Marxloh erste Wahl. Die Arbeitslosigkeit liegt weit über dem Durchschnitt. Genauso wie der Anteil der Kinder, die die Schulen ohne Abschluss verlassen. Eines der großen Probleme von Marxloh – das ist nicht zuletzt das schlechte Image.

Zum Anfang

Das lebendige Zentrum des Bezirks ist die Weseler Straße. Sie ist weit über die Stadtgrenzen hinaus auch als "Hochzeitsmeile" bekannt. Hier finden sich zahlreiche Restaurants und Brautmodengeschäfte. Kunden reisen von überall her an, um auf der "romantischsten Straße Deutschlands" shoppen zu gehen.

Zum Anfang

Abseits der Weseler Straße gibt es Ecken, die einen verwahrlosten und verzweifelten Eindruck machen. Schaufenster stehen leer. Dieser Kioskbesitzer hat seinen Laden mit einem Zaun gegen Diebstähle geschützt. Viele Menschen sind in den letzten Jahren aus Marxloh weggezogen. Zuletzt verzeichnete der Stadtteil aber wieder einen leichten Bevölkerungsanstieg.

Zum Anfang
Zum Anfang

Audio anhören

Die Grundschule Henriettenstraße ist nur ein paar Schritte von der Weseler Straße entfernt. Früher saßen hier viele türkischstämmige Kinder in den Klassenzimmern. Seit ein paar Jahren ist das nicht mehr so. Heute sind es vor allem neuzugezogene Familien aus Südosteuropa, die ihre Kinder zur Henriettenstraße schicken.

Zum Anfang

Im letzten Jahr wurde an der Grundschule Henriettenstraße erstmals eine Klasse eingerichtet, in der keines der neu eingeschulten Kinder vor Einschulung einen Kindergarten besucht hatte. Kein Kind sprach zu diesem Zeitpunkt Deutsch. Viele der Eltern sind Analphabeten. Eigentlich bräuchte es täglich Übersetzer, vor allem für Bulgarisch und Rumänisch. Die stehen aber nur an zwei bis drei Tagen in der Woche zur Verfügung.

Zum Anfang
Video

Regina Balthaus-Küper

Leiterin der Grundschule Henriettenstraße in Marxloh

Zum Anfang

Audio anhören

Die Grundschule Sandstraße in Marxloh war die erste Schule, mit der das Klavier-Festival Ruhr zusammenarbeitete. Mittlerweile geht die Kooperation ins achte Jahr. Hier unterrichtet Klaus Hagge, der die Zusammenarbeit mit dem Klavier-Festival Ruhr von Anfang an mitgeprägt hat.

Zum Anfang
Video

Klaus Hagge, Lehrer an der Grundschule Sandstraße

... über die Rahmenbedingungen in Marxloh

Zum Anfang
Video

Zum Anfang

Das ist Richard McNicol. Der Brite ist ein Pionier moderner Musikpädagogik. Er spielte als Querflötist im London Philharmonic Orchestra, danach leitete er jahrelang die Education-Abteilung der Londoner Symphoniker. Heute berät er Orchester auf der ganzen Welt. Er arbeitete mit Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern zusammen – und mit dem Klavier-Festival Ruhr.

Zum Anfang

Audio anhören

Regelmäßig besucht Richard McNicol Schulen in Marxloh, um gemeinsam mit den Kindern Musik zu machen. Die Schülerinnen und Schüler nennen ihn Richard.
Worauf es in der Arbeit mit Kindern ankommt? Auf Respekt und Höflichkeit. Und natürlich hilft auch eine große Portion warmherziger Humor. Der Rest ist eigentlich einfach. Man muss sich nur trauen. Ach ja: Geduld, die ist auch unverzichtbar. Er selbst habe davon zu wenig. Sagt McNicol. Britische Ironie!

Zum Anfang
Video

Zum Anfang
Video

Richard McNicol

... über das Ziel seiner Arbeit in Marxloh

Zum Anfang
Video

Richard McNicol in der Grundschule Henriettenstraße

Zum Anfang

Vor acht Jahren startete das Klavier-Festival Ruhr seine Arbeit in Marxloh mit einer vierten Klasse. Mittlerweile sind zwei Grundschulen, ein Gymnasium,  eine Gesamtschule und eine im Süden der Stadt gelegene Förderschule beteiligt - rund 350 Schülerinnen und Schüler. Lehrerinnen und Lehrer wurden geschult. Stundenpläne mussten verändert werden. So ist in den beteiligten  Schulen eine musische Kultur enstanden, wie sie sonst selten zu finden ist.

Zum Anfang

Sprachvermögen fördern, Selbstbewusstsein stärken, Anerkennung schaffen. All das kann durch musische Arbeit unterstützt werden. Ohne Leistungsdruck. So können die Kinder Erfahrungen machen, deren Auswirkungen sich mit dem Bewertungssystem Schule kaum messen lassen.

Zum Anfang
Audio

Tobias Bleek, Leiter der Education-Abteilung

... über die Frage, warum sich die Musik Béla Bartóks für die Arbeit in Marxloh eignet

00:00
/
03:12

Audio anhören

Tobias Bleek leitet die Education-Abteilung des Klavier-Festivals Ruhr. Er ist für die Konzeption, Organisation und Umsetzung in Zusammenarbeit mit den Künstlern und Lehrern verantwortlich. Nicht zuletzt auch für die Musikauswahl. Strawinsky, Ligeti oder John Cage standen zuletzt im Zentrum der Arbeit. Jetzt geht es um die "Ungarischen Bauernlieder" und die "Rumänischen Tänze" des ungarischen Komponisten Béla Bartók.

Zum Anfang
Video

Richard McNicol

.. über die Frage, warum zeitgenössische Musik für die Arbeit mit Kindern so geeignet ist.

Zum Anfang
Audio

Klaus Hagge

... über den Umgang der Kinder mit zeitgenössischer Musik

00:00
/
03:12

Audio anhören

Das ganze Schuljahr lang erarbeiten die Lehrer und Musikpädagogen mit den Kindern das musikalische Thema. Sie klatschen, summen, singen,  trommeln und improvisieren. Das hat über die Jahre dazu geführt, dass die Kinder offen sind für Musik, die ihren Hörgewohnheiten nicht unbedingt entspricht.

Zum Anfang
Video

Eins, eins, eins zwei drei vier

Musikunterricht in der Grundschule Sandstraße

Zum Anfang
Audio

Tobias Bleek

.. über die Zusammenarbeit mit Fabian Müller.

00:00
/
03:12

Audio anhören

Wenn die Kinder proben, sitzt  manchmal auch Fabian Müller am Klavier. Müller ist 25 Jahre alt, Schüler von Pierre-Laurent Aimard, und wie es aussieht, steht er am Anfang einer viel versprechenden Pianisten-Karriere. Er ist schon im Amsterdamer Concertgebouw aufgetreten. Was ihn nicht hindert, seit vier Jahren regelmäßig nach Marxloh zu fahren, um sein Können in den Dienst der musikalischen Stadtteilarbeit zu stellen.

Zum Anfang
Video

Fabian Müller

... erklärt und spielt Bartók.

Zum Anfang
Video

Zum Anfang

Das Tanzen hatte von Anfang an eine große Bedeutung für die Arbeit in den Marxloher Schulen. Denn die Bewegung hilft den Kindern, die manchmal komplizierte Musik zu verstehen. Die Mädchen und Jungen eignen sich die Kompositionen körperlich an. Nicht zu vergessen: Zusammen mit den Tanzpädagoginnen und Lehrern entwickeln sie kleine Stücke, die am Ende des Schuljahres vor großem Publikum im Landschaftspark Duisburg aufgeführt werden.

Zum Anfang

Das ist Petra Jebavy, die Tanzpädagogin. Leicht zu erkennen an der vorbildlich aufrechten Körperhaltung. Wenn sie nicht gerade auf Klaus Hagges Rücken sitzt und den Kindern zeigt, wie sie sich warm machen sollen, feilt sie mit ihnen an der Choreografie, die sie gemeinsam zur Musik von Béla Bartók entwickelt haben.

Zum Anfang
Audio

Angelina

... erzählt von den Proben.

00:00
/
03:12
Zum Anfang
Video

Petra Jebavy

...über den Probenprozess

Zum Anfang
Video

Der Regenschirmtanz

... in der Grundschule Sandstraße

Zum Anfang

Proben können manchmal sehr anstrengend sein – für die Kinder genauso wie für die Lehrer. Das Gefühl für die Musik und den Raum muss langsam erarbeitet werden. Und natürlich auch das für den Körper. Es gilt, Klänge in Bilder und Geschichten zu übersetzen, um die Phantasie der jungen Tänzerinnen und Tänzer anzuregen. Dann wird das Improvisieren irgendwann zur Selbstverständlichkeit.

Zum Anfang
Video

Petra Jebavy

... über fehlendes Körperbewusstsein

Zum Anfang

Zum Anfang
Audio

00:00
/
03:12
Zum Anfang
Video

Klaus Hagge, Lehrer an der Grundschule Sandstraße

... über das musikalische Niveau seiner Schülerinnen und Schüler

Zum Anfang
Video

Zum Anfang
Video

Fotografie und Video: Markus J. Feger
Text und Redaktion: Andrej Klahn
Schnitt: Thomas Thöne / Salvador Tovar Henández

Eine Produktion des K.WEST Verlag für www.kulturkenner.de

Sollten Sie sich oder Ihr Kind auf einem der Fotos oder Filme wiedergefunden haben und damit  nicht einverstanden sein, bitten wir um Nachricht an: redaktion@kulturkenner.de


Zum Anfang
Scrollen, um weiterzulesen
Wischen, um Text einzublenden
Schließen

Übersicht

Nach links scrollen
Kapitel 1 Béla Bartók in Marxloh

Kfr education3 henriettenstr %c2%a9markusfeger 0075 0178

Kfr education5 henrietten %c2%a9markusfeger 0195

Kfr education5 henrietten %c2%a9markusfeger 0166
Kapitel 2 Marxloh

Marxloh

Kfr education3 henriettenstr %c2%a9markusfeger 0075 0188

Kfr education3 henriettenstr %c2%a9markusfeger 0075 0166

Kfr education5 henrietten %c2%a9markusfeger 0206
Kapitel 3 Zur Schule gehen

Zur Schule gehen

Kfr education inklusionsprojekt 0412

Kfr education2 richard mcnicol %c2%a9markusfeger 0067

Kfr education inklusionsprojekt 0428

Poster 0
Kapitel 4 Musik machen

Musik machen

Kfr education4 sandstr %c2%a9markusfeger 0167

Kfr education2 richard mcnicol %c2%a9markusfeger 0044

Kfr education1 probeauffuehrung %c2%a9markusfeger 0085

Bildschirmfoto 2016 07 04 um 23.38.30
Kapitel 5 Tanzen

Tanzen

Poster 0

Kfr education5 henrietten %c2%a9markusfeger 0020

Kfr education4 sandstr %c2%a9markusfeger 0021

Kfr education5 henrietten %c2%a9markusfeger 0020
Kapitel 6 Schlussakkord

Schlussakkord

Kfr education1 probeauffuehrung %c2%a9markusfeger 0028

Kfr education inklusionsprojekt 0481

Kfr education4 sandstr %c2%a9markusfeger 0142

Bildschirmfoto 2016 07 04 um 19.26.16
Nach rechts scrollen